ZOCKER UN SIRUP

Mundarttheaterstück in 3-Akten mit tatsächlichem historischen Hintergrund
geschrieben von Sabine Nowak, Gerhard Hilwig und Elvira Lehne

Erstaufführung November 2010     6-mal gespielt

Wiederholung November 2011      2-mal gespielt

 „Gegen Demokraten helfen nur Soldaten“  schimpft  Kurfürst  Friedrich  Wilhelm  I
und  lässt  im  Winter  1850/1851  rund  10  000  bayrische  und  österreichische
Soldaten    genannt  die  „Strafbayern“  -  nach  Kurhessen  einmarschieren.  Sie
sollen die Demokratiebestrebungen in der Bevölkerung unterbinden.    

Selbst  im  vorweihnachtlichen  Laudenbach  quartieren  sich  35  Mann  reitende
Artillerie,  148  Infanteristen  und  vier  Offiziere  ein und  drangsalieren  Land  und
Leute. Sie machen auch vor dem Pfarrhaus nicht halt.

von links nach rechts: 

Dorothea Simon (Christina Schäfer-Münch) mit ihrer Tochter Elisabeth (Jenny Rehbein),
Großmutter Kätter (Ursel Siebold), 
Magd Trinchen (Sarah Dreyer) und
Pfarrer Heinrich Simon (Stephan Siebold)

 „Die  Meichen  munn  ussähn,  als  wenn  se  Jungen  wären“  und  sich  im  Stall
verstecken, damit sie vor den Soldaten aus Österreich und Bayern sicher sind.
Dort werden sie bewacht von Kornelius, dem Knecht, der aus der Rhön stammt
und mit Liebesschwüren sehr großzügig umgeht. 
  

Alwine (Susanne Stössel) und
Kornelius (Hubert  Seifarth)  beim Schäkern im Stall. 

„Alwine, können dann disse
Augen lügen ?“

 

Oma Kätter (Ursel Siebold) verschafft sich derweil in der 
Pfarrstube Respekt bei den Soldaten,
Regimentsquartiermeister Alois Zumwinkel und
Rittmeister Sepp Seehofer (Gerd Fasshauer und Wolfgang Nowak)  

 

„Au, wenn deh Soldoten partout nit wullt, 
bie uns wird d`s noachts ins Tippen gebullt.“

Die  Offiziere  fordern  beste  Unterbringung  und  Verpflegung  für  sich  und  ihre
Pferde.
 

Als  plötzlich  im  Stall  des  Pfarrhauses  eindeutige  Beweise  für  einen  Aufruhr
auftauchen, werden Pfarrer Simon und seine Frau Dorothea verhaftet. 

Pfarrer Simon (Stephan Siebold)
wird beschuldigt, ein Gewehr und Goldmünzen in seinem Stall
versteckt zu haben.

Diese  beteuern  ihre  Unschuld,  müssen  aber  wochenlang  in  der  Festung
Spangenberg schmoren. Die Lage ist ernst. Es gilt das Kriegsrecht. 
Dorothea  Simon  wird  mangels  Beweisen  entlassen  und  kehrt  nach  Hause
zurück,  doch  der  Pfarrer  muss  weiter  bangen.  Bürgermeister  Eschstruth
versucht  alles,  um  Pfarrer  Simon  frei  zu  bekommen.  Immerhin  steht  die
Konfirmation seiner Tochter Elisabeth vor der Tür. 

 

 Familie  Eschstruth beim kargen Abendbrot

Bürgermeister Eschstruth (Andreas Heinemann) großer Franz (Till Heinemann), kleiner Franz (Jannek Siebold) und Mutter Helene (Conny Rehbein) sind froh, dass die Besatzung vorbei ist.

Schließlich  gibt  es  ein  unerwartetes  Geständnis:  Kornelius,  der  Knecht  im
Pfarrhaus,  ist  nicht  nur  ein  gesuchter  Deserteur  der  bayrischen  Armee,
sondern  hat  auch  noch  als  deren  Zahlmeister in  einer  schwachen  Stunde  die
Regimentskasse  mitgehen  lassen.  Nur  mit  dem  Gewehr  will  er  nichts  zu  tun
haben  und äußert einen Verdacht. Dennoch  verlässt  er Laudenbach bei Nacht
und  Nebel  und  hinterlässt  ein  umfassendes  Geständnis,  mit  dem
Bürgermeister  Eschstruth  sofort  nach  Spangenberg  reist,  um  den  Pfarrer 
zu
entlasten.

Der  Tag  der  Konfirmation  ist  da:  der  Kaffee  dampft  schon  in  den  Tassen,  da
kommt Pfarrer Simon aus der Gefangenschaft heim. 

von links : Oma Kätter (Ursel Siebold), Trinchen (Sarah Dreyer), Elisabeth Simon (Jenny Rehbein), Alwine (Susanne Stössel), Dorothea Simon (Christina Schäfer-Münch), Pfarrer Simon (Stephan Siebold), Liesel (Marion Wilhelm), Bürgermeister Eschstruth ( Andreas Heinemann), Pauline (Laura Mühlhause), Margretchen (Jana Heinemann), Nachtwächter Jonas (Marcel Pressler) und Kleiner Franz (Jannek Siebold)

 

Nun  erfolgt auch  noch das letzte fällige Geständnis. Jonas,  der  Nachtwächter,
hatte  aus  eifersüchtiger  Liebe  zu  Elisabeth  das  Gewehr  im  Stall  des  Pfarrers
versteckt,  um  den  Verdacht  auf  den  Knecht  Kornelius  zu  lenken,  weil  er
fürchtete,  Kornelius  könne  auch  Elisabeth  Avancen  machen.  Immerhin  hatte
sich Kornelius  in der kurzen Zeit in Laudenbach sowohl mit der trinkfreudigen
Haushälterin Alwine als auch mit der abergläubischen Magd Trinchen verlobt.

Es kommt natürlich zu einem guten Ende und das liegt nur daran, dass auf
Trinchens Glücksbringer eben doch Verlass ist : 
„Dann wor jo minne Hoasebote dach nach fer wos gut.“

Die Rollen und ihre Darsteller:

Heinrich Simon, Pfarrer Stephan Siebold
Dorothea Simon, seine Frau Christina Schäfer-Münch
Elisabeth Simon, ihre Tochter Jenny Rehbein
Oma Kätter Simon Ursel Siebold
Alwine, Dienstmädchen Susanne Stössel
Trinchen, die abergläubische Magd Sarah-Louise Dreyer
Kornelius Dorn, Knecht, Weiberheld Hubert Seifarth
   
Theodor Eschstruth, Bürgermeister Andreas Heinemann
Helene Eschstruth, seine Frau Conny Rehbein
Großer Franz Till Heinemann
Kleiner Franz Jannek Siebold
   
Liesel, Salzträgerin, schwatzhaft Marion Wilhelm
Margretchen, ihre Tochter Jana Heinemann
Pauline, zweite Tochter Laura Mühlhause
   
Wilhelm Brill, Lehrer Thomas Hilwig
Jonas Koch, Nachtwächter Marcel Pressler
   
Sepp Seehofer, Rittmeister Wolfgang Nowak

Alois Zumwinkel,  Regimentsquartiermeister  

Gerd Fasshauer
Max Fladenhofer, Sergeant Martin Füllgraf
   
Statisten  
Regie: Elke Arnold